Lemnos

Insgesamt blieben wir auf Lemnos 16 Tage. Aber jetzt öffnet sich ein Wetterfenster, bei dem wir offensichtlich mit gutem Wind und mäßiger Welle Richtung Festland zurücksegeln können. Unser Plan ist, über die sehr kleine Insel Efstratios (ein Name, den man schon beim Schreiben vergisst) und die Insel Skyros zur Ostseite der Insel Euböa zu segeln.

Am Tag vor unserer Abreise erklimmen wir morgens früh aber noch einmal das Fort, welches wir seit Tagen ja von unten gesehen hatten. Was hier so über die Jahrhunderte alles los war, möchten wir gar nicht wissen. Teile des Forts sind wirklich gut restauriert.

Nachts werden die Außenmauern des Forts mit modernen LED Strahlern beleuchtet. Nur Schade, dass zahlreiche Strahler mutwillig zerstört und etliche Erklärtafeln mit Graffiti besprüht wurden.

Von oben einmal auf die Bucht zu schauen, in der wir seit über 14 Tagen Urlaub gemacht haben, ist sehr interessant.

Gut erkennt man die Morgana in der Bildmitte.

So! Nun wollen wir den Ankerplatz, auf dem wir seit Tagen unsere Spur hinterlassen haben, aber verlassen.

…. leicht fällt es uns nicht, auf die allabendlichen Sonnenuntergänge zu verzichten.

Noch im Vorhafen von Lemnos ziehen wir das Großsegel hoch in Erwartung eines kräftigen Segelwindes von achtern. Dabei werden wir fröhlich winkend von Kay und Anett aus Hamburg verabschiedet, die mit ihrem Katamaran Tuuli unterwegs sind. Mit ihnen zusammen hatten wir ein paar schöne Tage mit guten Gesprächen, gutem Essen und unvergesslichem Sundowner auf dem Vorschiff .

Efstratios

Die sehr kleine Insel Efstratios hat einen noch viel kleineren Hafen, in den zwei Schiffe hinein passen. Eins liegt bereits drin. Wir wollen uns aber nicht die Mühe mit Fendern und Leinen machen, denn morgen früh geht es sowieso weiter.

Ziehe den blauen Kreis in der Bildmitte nach links und rechts.
Am Anker liegen wir bei dem Schwell nicht nur gemütlich.

Skyros

Gleich am nächsten Tag geht es weiter. Wir wollen zur Insel Skyros. Der Wind ist günstig und wir sausen nur so dahin. Doch leider dauert auch diese Reise 10 ein halb Stunden , denn die Entfernungen sind groß.
In Skyros wollen wir nicht an Land, denn diese Insel kennen wir ganz gut. Es reicht uns der Blick auf diese etwas alternative Szene am Strand und auf die Sonne.

An Wind mangelt es nie.

An der Westseite von Skyros liegen wir gut geschützt. Das denkt auch der Fischer

Hier ist Camping für alle erlaubt.

Apostoli auf Evia

Vom Ort Agios Apostoli auf der Ostseite der Insel Evia hatten wir eigentlich mehr erwartet, vor allem von den Einkaufsmöglichkeiten. Doch tatsächlich finden wir nur einen extrem überteuerten Mini Markt und sonst nichts. Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf dem Ort Batsi auf der Insel Andros. Leider abermals über 50 Seemeilen entfernt.

Zusatzfrage für Rätselfreunde

Woran erkennt man, dass wir in Griechenland sind:
a) An den schwarzen Vögeln auf den Schornsteinen
b) an den Wärmepumpen an jedem Haus
c) an den halb fertig gebauten Häusern
(mehrfache Auswahl ist möglich)

Der schwierige Teil

In der Premium Version der App Windy können wir das Streckenwetter, also die zu erwartende Windstärke und Richtung während der Reise, sehr gut einschätzen.

Was etwas tückisch ist: Zwischen Andros und Evia, beide mit hohen Bergen, presst sich der Meltemi durch eine Meerenge und dreht so richtig auf. Uns scheint, als ob der gesamte Wind der Ägäis (und auch das Oberflächenwasser) hier unbedingt hindurch will.

An Land stehen unzählige Windanlagen. Sigrid kommt bis 70 und hört dann auf zu zählen.

Auch die Seekarte warnt vor starkem Strom während des Meltemi

Am Anfang der Reise ist noch wenig Wind und wir bekommen kurz Besuch.

Leider nur sehr kurz, bzw. wir waren mit der Kamera zu langsam.

Doch dann wird der Wind stärker bis zu 7 Beaufort und wir fahren auf hohen Wellen am Anfang und wunderbar flachen Wellen am Ende durch die Passage.

Insel Andros

Schließlich kommt der Ort Batsi so langsam näher. Eine wunderbar am Berghang gelegene Stadt mit ihren weißen Häusern liegt vor uns. Noch wissen wir nicht, dass wir ab morgen für so viele Tage im Dauerwind liegen – Tag und Nacht. Nur früh morgens und spät abends können wir von Bord, wenn der Wind weniger wird.

Schon von Weitem sehen wir, dass der Ort Basti eine gute Wahl ist.

…. und von Nahem erst recht.

Das Gute am Meltemi: Die Haarfrisur, inclusive Scheitel, macht der Wind.