Nach Chalkidiki

Die Reise zum Chalkidiki ist 42 Seemeilen lang und geht nach Norden. Wir haben Glück, am Sonntag weht statt des üblichen Nordwinds ein moderater Ostwind mit wenig Welle. Punkt 8 Uhr liften wir den Anker und fahren los. Eine gute Stunde später schon haben wir den Wind zu fassen und können die Maschine bis kurz vor dem Ziel aus lassen.

„Ganz schön anstrengend“ stöhnen wir beide nach 9 Stunden Arbeit und hauen uns erst mal in die Koje. Hier in Koufos am Südende von Sithonia ( der mittlere Chalkidiki Finger) liegen wir sehr geschützt.

Während der Reise hören wir oft Podcasts. So vergeht die Zeit schneller.

Den Hunger bekämpfen wir mit selbst gebackenem Roggenbrot.

Porto Koufos

Wir müssen allerdings auf 12 Meter ankern und liegen etwas eingekeilt zwischen anderen Ankerliegern und Moorings. „Warum geht ihr nicht in den Hafen“ werden wir oft in Deutschland gefragt. Aber wenn man sich den Kai hier so anschaut, dann ist das Anlegemanöver schon ein Abenteuer und bei etwas Wellengang wird es einem das Schiff zerfetzen, denke ich.

Der Kai eignet sich aber super gut für Selfies mit der Morgana als Hintergrund.

Morgens kommt ein voll beladener Trawler und legt sich vor die Stirnseite. Ein kompletter LKW wird mit Fisch beladen und braust wieder davon.

Es kann gut sein, dass wir in diesem Fischladen genau den Fisch vom Trawler kaufen, oder?

Ein guter Fischladen entschädigt jeden blöden Supermarkt. Er kommt aber erst mal auf Eis und segelt ein paar Seemeilen mit.

Frischer Fisch

Der Ort ist leider so klein, dass es nur einen überteuerten Supermarkt gibt mit einem lausigen Angebot. Aber Sigrid ist sehr gewieft, sich in den Eisboxen dennoch für mehrere Tage mit Tiefkühlkost zu versorgen. So tauen dann die unterschiedlich lange haltbaren Lebensmittel vor sich hin, bis sie gegessen werden.
Der schöne Fisch, dessen Namen wir nicht auf Deutsch wissen, gehört nicht zum Tiefkühl Sortiment. Ihn haben wir aus dem reichhaltigen Angebot des Fischhändlers von Koufos „geangelt“.

West Sithonia

Von den drei Fingern der Chalkidiki soll der westlichste, genannt Kassandra, sehr touristisch sein. Den wollen wir nicht bereisen. Laute Discomusik bis in die frühen Morgenstunden brauchen wir nicht. Wir segeln die Westküste von Sithonia, den Mittleren Finger hinauf. Die Küste ist gut bewaldet bis hinunter an die Ufer. Viele schöne Strände sehen wir ohne motzige Hotels.

Wir haben die Haupt Reisezeit, aber hier ist es überhaupt nicht voll.

Die vielen Zelte sehen aus wie eine Dorfgemeinschaft. Wir fragen uns, wo deren Autos oder Motorräder sind.

Eine Bucht für uns allein

Unser Ziel ist die Insel Papadia, die aber tatsächlich über eine flache Stelle mit dem Festland verbunden ist.

Hier liegen wir fast allein gut geschützt in der reinen Natur. Ein Haus gibt es auf Papadia und wir fragen uns, wie die Bewohner wohl zum Festland kommen. Vielleicht mit dem kleinen LKW durch das Wasser?

Hier eine Luftaufnahme von Navily.

Kann ein Sonnenuntergang kitschig sein, wenn man ihn selbst erlebt?

Morgens malt Sigrid noch ein Bild von ihrer Lieblingsbucht.