Ein langer Turn von 50 Seemeilen nach Leuca (Siefelhacken) und gleich am nächsten Tag ein weiterer längerer Turn von 74 Seemeilen bringen uns nach Crotone (Stiefelsohle). Wir sind in Kalabrien und segeln hier langsam Richtung Sizilien.

Ein letzter Blick zurück auf Griechenland.

Bella Italia

Crotone ist eine größere Stadt mit einem historischen Stadtkern. Den ersten Tag verirren wir uns natürlich genau da, zwischen engen Gassen mit vielen, sehr kleinen Läden voller Touristenkram. Aber wie es denn so kommt: auch wir kaufen etwas ein.

Ein wirklich anderer Anblick diese größere italienische Stadt Crotone.

Sigrid hat gelesen, dass in Italien der Müll streng getrennt wird. Deshalb haben wir Papier, Plastik und Restmüll in getrennten Säcken. Frage: Was kommt wo hinein?

Sigrid hat einen Wollladen entdeckt, der so vollgestopft ist mit allen Utensilien, die man als strickende, häkelnde oder stickende Frau braucht, dass ich mit meinem dicken Rucksack mich gar nicht hineintraue, weil ich Angst habe mich nicht umdrehen zu können und dann gefangen mit drei Verkäuferinnen den Laden nie wieder verlassen kann.

Ja welche Wolle soll es denn sein für Fredas Pullover?

Das Beste aber ist der von uns entdeckte Markt mit köstlichem und preiswerten Obst und Gemüse und mit einer Fischhalle.

Erst am nächsten Tag, als wir auf die Suche nach einer Prepaid Simkarte gehen und auch fündig werden, entdecken wir die eigentlichen Geschäftsstraßen mit vielen Modegeschäften. Leider sind wir beide bei 34 Grad nicht so recht gewillt uns die Sachen an und auszuziehen.

Vom Markt fehlen uns die Fotos. Dafür sieht man das, was Sigrid draus macht. 

Seglerisch stellen sich an dieser offenen Küste zwei Probleme. Weht kein Wind, legt sich unser Schiff gerne quer in jede noch so kleine Welle und schaukelt sich in Querrichtung langsam hoch. Da fühlt man sich in der Koje so, als ob man dauernd geweckt würde, weil der Körper von einer auf die andere Seite rollt. Wenn dann auch noch die Ankerboje an den Rumpf klopft, ist das auch nachts um drei ein klares Zeichen zum Aufstehen.

Ach ja, und wenn der Wind stärker weht, ist es so, dass der Bug bei hohen Wellen kräftig eintaucht und wieder hochschnellt. Aber das halten wir noch aus. Bis Windstärke 5 geht das noch gut.

Mit Hilfe des Wetterberichts versuchen wir nun diese beiden Morgana Eigenschaften (das Rollen und das Nicken) zu umgehen und jonglieren uns von Ankerplatz zu Ankerplatz an dieser langgezogenen Küste.

In diesem Film wird der Unterschied zwischen  Nicken und Rollen deutlich. Was nervt mehr?

Die letzte halbwegs brauchbare Ankerbucht bei Crotone.

Von Crotone aus geht es die Sohle des Italienischen Stiefels hinunter in Richtung SüdWest. Leider ist die Küste beinahe ohne gute Ankerbuchten. Mehrere Nächte hintereinander müssen wir während der Nacht platt vor der offenen Küste liegen.

Der Blick in den Himmel ist spannender. Ist das ein Hund?

Weiter geht’s zur Stiefelspitze

Wir bleiben eine weitere Nacht am Siderno Strand, weil ein kräftiger Wind da weht, wo wir als Nächstes hin wollen und hier, wo wir jetzt liegen, bleibt es ruhig. Doch falsch gedacht. Die Nacht wird sehr nervig und laut. Das hat man davon, wenn der Abwasch einfach in der Spüle steht und die ganze Nacht klipp oder klapp oder klong macht.

Die anschließende Strecke von über 30 Seemeilen können wir am nächsten Tag aber segeln und landen an der Stiefelspitze. Von hier soll es dann losgehen nach Sizilien.

Die Südküste ist landschaftlich wieder interessanter. 

Nicht jede Nacht ist ärgerlich. Wir genießen die Sonnenuntergänge abends in der Plicht. Wie Fernsehn.

Von der Stiefelspitze können wir abends erstmalig den Etna sehen.