Batsi auf Andros
Wir liegen im Ort Basti auf Andros relativ dicht vor dem Hafen und einen knappen Kilometer vom AB Supermarkt entfernt (Zum AB Supermarkt sagen wir immer Albert Hejn, wegen des ähnlichen Signets) . Früh morgens, wenn der Wind noch schläft, können wir ohne klatsch nass zu werden mit dem Dingi von Bord und den Supermarkt stürmen. Leider hielt zur gleichen Zeit eine Busladung voller Engländer vor dem Supermarkt. Dadurch kommt es auf den ohnehin engen Einkaufswegen zu vollständigem Staus und Chaos, weil jede Engländerin und Engländer einen eigenen Einkaufswagen mit sich führte.

An der Mole und im Hafen von Basti, liegt kein Schiff länger als einen Tag. Wahrscheinlich kann man bei dem Gepulsche und Gerucke (zurück schlagendes Wasser von der Kaimauer) nicht schlafen. Am Anker liegen wir besser.

Eine Besonderheit entdecken wir auf Andros: Zahme Schwäne (oder doch nicht so zahm?). Noch nie haben wir gesehen, dass sich Schwäne so im Kontakt mit Menschen und im Salzwasser aufhalten.

Bei einem Juwelier bekommt Sigrid ein nettes Armband.

Immer wieder begeistern uns diese von Hand grafisch gestalteten Verpackungen in Griechenland.
Bustour über die Insel
Geführte Bustouren über die Insel gibt es hier nicht. Lediglich Linienbusse fahren – und wir fahren mit. Heute nach Andros Stadt, dem Hauptort und dafür quer über die Insel. Es sind nur etwa 25 Kilometer, aber der Weg geht durch die Berge und die Busfahrt dauert eine Stunde.
Landschaftlich ist Andros eher eine Schiefer Insel. Überall sehen wir das schuppige Gestein, mit dem Mauern und Häuser und vor allem Abgrenzungen gegen Erosion gebaut wurden.

Von oben sehen wir bei der Busfahrt unsere Morgana schwimmen. (Ganz rechts, das ist sie)

Aber auch Weizen wird hier angebaut – nehmen wir an.

Sigrid möchte einen Stein mitnehmen, der ihr aber (wie zu erwarten) in den Fingern schielfrig zerfällt.
Inselhauptstadt
In der Hauptstadt ist tatsächlich die Hauptsache los. Es gibt eine richtige Flaniermeile mit netten Läden und urigen Cafés. Man läuft nach Osten auf eine Art Landzunge zu, an deren Ende, wie sollte man anders erwarten, eine Kirche liegt. Aber…. Am wirklichen Ende, nach der Kirche, ist ein herrlicher Ort zum Schwimmen. Gut, dass Sigrid mich überredet hat, die Badehose mit zu nehmen!

Mainstreet

Kykladen Weiß

Auf den Hut wird Sigrid oft angesprochen.

Nicht jeder lässt sich vom Trubel in der Einkaufsmeile anstecken.

Hier machen wir unseren Badestop. Es gibt sogar eine Süßwasserdusche.

Ende September versinkt vor der Küste von Palermo ein 56m Schiff, welches so breit ist, wie wir lang, in einem Gewittersturm. Sigrid kann es nicht fassen, dass so etwas passiert.

Bei diesem Schiffsnamen und dieser 12m Yacht werde ich natürlich hellhörig.
Doch hier gibt es keine Gaspipeline, die man sprengen kann. Oder war der vorher in Palermo?
Zurück zum Festland
Wir nutzen ein günstiges Zeitfenster, um die Insel Andros wieder zu verlassen. Der Wind soll morgen zwar wie immer mit Beaufort 7 wehen, aber bereits 10 Seemeilem von der Insel entfernt, nur noch mit 4-5 Beaufort. Als eingespieltes Team holen wir die fast 50 Meter Kette und den Anker vom Grund.
Weil kurz hinter dem Anker eine fette alte Ankertrosse eines historischen Schiffes lag, hatte ich berechtigte Angst, dass sich unsere Ankerflunken im alten Tau verhaken und wir dieses mächtige Tau nicht vom Meeresboden hochziehen können. Daher war ich zuvor getaucht und habe eine Trippleine mit Boje angebracht, mit der wir notfalls den Anker befreien können. Doch nun macht gerade diese Trippleine uns am meisten Sorgen, denn sie schwimmt mit dem hoch kommenden Anker lose im Wasser und darf nicht in die Schraube kommen. Also Maschine aus lassen! Das ist einfach gesagt, denn mit dem los gekommenen Anker erfasst uns der Wind (7) und treibt uns direkt auf den Schoner von Tineke und Herbert zu. Gerade noch rechtzeitig fischen wir aber die Leine aus dem Wasser, legen den Gang ein und verhindern den Crash. Wir sind dann ganz stolz, dass dieses Manöver geklappt hat.

So kann das nicht bleiben! Die Kreativecke muss der Navigationsecke nun weichen.

Die anschließende Segeltour wird zwar wie erwartet schaukelig, dafür sausen wir nur so dahin mit dem starken Wind. Zusätzlich fordert der Schiffsverkehr unsere ganze Aufmerksamkeit. Wir kreuzen nämlich die wichtige Schiffsroute zwischen Istanbul und dem Westlichen Mittelmeer und Peloponnes.
Wir sind als Segelschiff kurshaltepflichtig (bzw. die großen Dampfer ausweichpflichtig) und so segeln wir dann auch stur unseren Kurs. Sehr schön sieht man auf der Plotterkarte die AIS Ziele, wie sie meist 30-40 Minuten vorher ihren Kurs ganz leicht ändern, so dass wir letztendlich immer eine Meile Abstand zu den Frachtern haben.

Wie vorhergesagt legt der Wind als wir das Kap Sounio mit dem schönen Poseidon Tempel runden wieder zu.
Als schließlich in der Bucht Fokkaia der Anker fällt, sind wir gut ausgepowert und beide ein Kilo leichter. (Das ist amtlich von der Waage einer Apotheke bestätigt).
Die Ferien für Sigrid gehen nun langsam zu Ende und wir müssen für mich, mit der Morgana allein, einen geeigneten Platz finden, an dem es sicher ist und an dem es auch Etwas zu Essen gibt, denn ich werde 9 Tage allein sein. Wir verlegen uns daher noch einmal nach Porto Rafti. Hier fühlt sich alles richtig an.
Eine gut geschützte Bucht, wenig Wind, beste Einkaufsmöglichkeiten, nette Lokale, was wollen wir mehr.
Dann geht es für Sigrid am 2. September um 05:15 Uhr in stockfinsterer Nacht mit exakt 10 Kg Handgepäck los.
Es ist ihre letzte Dingy Fahrt dieser Saison zum verabredeten Treffpunkt an den Fischerkai.
Überpünktlich kommt das Taxi (über die Uber App gebucht) angerauscht und zwei Minuten später bin ich allein. So schnell kann das gehen.
