Antipaxos – Korfu – Othoni

Von Antipaxos aus machen wir einen Abstecher in eine Bucht, von der wir in Erinnerung haben, dass sie einsam und das Wasser voll grün ist. Genau so ist es das auch nach 7(?) Jahren. Wir sind wieder die einzigen Ankerer und das Wasser ist so grün, dass Sigrid nicht recht rein will, weil sie Blaualgen vermutet. Ich tue den Einwand ab, denn Blaualgen sind doch blau, oder?

Ganz schön grün hier.

100% trauen wir dem Braten nicht.

Eigentlich haben wir gedacht östlich der Insel Korfu gegen den beständigen Nordwind hoch zu kreuzen. Wenn uns jemand gesagt hätte, dass Ende Juni östlich von Korfu quasi kein Wind weht und es gleichzeitig 34-36 Grad heiß ist, hätten wir diese Route eventuell nicht gewählt. Seit AntiPaxos  weht quasi kein Lüftchen, mit dem man Segeln kann. Also motoren wir den ganzen Weg nach Korfu Stadt. Dafür ist am Ankerplatz wirklich Platz für die unzähligen Schiffe, die hier liegen.

Die albanische Bremse?

Es scheint uns, als ob es eine soziale Rangfolge gibt, die bestimmt, wie dicht Schiffe an Land ankern: dicht unter Land die kleinsten Schiffe ohne Tiefgang. Etwas weiter im 3-8m tiefen Wasser die Yachties mit ihren 10-12 Meter Schiffen, die auch eine Ankerwinde haben. Dann im Bereich der 9-15 Meter Wassertiefe die Schiffe mit einer Tauchausrüstung an Bord. Sie haben keine Angst, um ihren teuren Anker, dass der sich in der Tiefe verhaken könnte und verloren geht bei den 14-20m Schiffen.

Dann aber ganz draußen die Schiffe, deren Beiboote teurer sind als unser Schiff. Deren Eigner liegen auch deshalb auf 30 Meter Tiefe, weil sie auf keinen Fall erkannt werden wollen. Und, was garantiert ist, auf 30 Meter ist man unter sich. Wir googeln dennoch immer wieder die interessanten Schiffe und deren Geschichte. Gefühlt kommt fast jedes dritte Schiff von der Lürssen Werft in Bremen.

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In der App Marinetraffic kann man bereits einiges über die anderen Schiffe erfahren. Natürlich auch über die Morgana.

Der Parkplatz von Lürssen?

Dieses Ungetüm, dass aussieht wie ein Tonnenleger, ist übrigens das „Beiboot“ vom Facebook Chef für dessen Gäste.

In Korfu Stadt bestaunen wir die so andere Architektur, die venetianisch geprägt ist. Kleine enge Gassen, viele Cafés und Restaurants machen Korfu Stadt sehr attraktiv. Wir gehen in ein spannendes Museum, indem in einer 10 Zimmerwohnung, das Leben von einer aristokratischen Familie um 1850 gezeigt wird. Ausgerüstet mit lebensgroßen Puppen, die Tee trinken oder Zeitung lesen wirkt die Szenerie sehr authentisch. Sigrid begeistert die Nähmaschine und und die Picknick Box, mich die alten Fotos.

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Das Leben der Aristokraten um 1850. 

Die Wäsche wird von Haus zu Haus gespannt. Aber warum nur die Rote?

Abends sitzen wir meistens in der Plicht und freuen uns über die gute Aussicht. Im Hintergrund das Kastell.

 

Der Wochenmarkt ist ein weiterer Anziehungspunkt für uns, denn hier gibt es frischen Fisch. Wir erstehen ein dickes Thunfischkotlett, das wir uns mit grüner Sauce zubereiten.

Othoni die nordöstlichste Insel

Als Absprung von Griechenland nach Italien haben wir die Insel Othoni gewählt. Von Korfu aus sind es dahin noch einmal zwei Tage mit nerviger Motorfahrt.

Die Windkarte zeigt hier ganz gut, wie westlich Korfu es stramm die Adria herunter pustet und östlich Korfu quasi kein Wind ist.

Vor geschätzt 35 Jahren war ich bereits einmal auf Othoni mit meinem Freund Wilhelm. Wir mussten damals abends Bescheid sagen, dass der Bäcker ein Brot mehr backt. Heute hat Othoni 400 Einwohner. Der Reiseführer behauptet, die Einwohner lebten vom Fischfang. Wir behaupten eher von AirBnB.

In Othoni erwartet uns eine Bucht mit klarem, kalten (18 Grad morgens) Wasser.

Den Anker können wir in 6m Tiefe gut erkennen.Er liegt im Sand.

Mit unserem 9m Stahlboot haben wir so manche Episode erlebt. 

Von Natipaxos bis Othoni.