Das Ziel ist im Weg
Der Weg, den wir uns vorgenommen haben als wir die Tour 2024 planten, also die Segeltour, sollte eigentlich über die Nördlichen Sporaden zum Chalkidiki, dann über Ostmakedonien zu den östlichen Sporaden mit Limnos, Lesbos und ev Chios zurück zum Südende von Euböa und dann zum Liegeplatz nach Chalkutzi gehen.
Doch dem Weg, der ja eigentlich das Ziel sein soll, wie viele meinen, liegt jetzt die Insel Limnos im Weg. Wir haben plötzlich das Gefühl angekommen zu sein und nicht weiter zu müssen. „Warum in die Ferne schweifen, wenn….“

Die Stadt Myrina ist die Hauptstadt der Insel. HauptSTADT ist eigentlich zu viel gesagt. Hier leben 6000 Menschen. Wir liegen gut geschützt gegen den Meltemi in einem Naturhafen.
Die ersten Tage hier liegen wir am Kai, an dem es endlich Wasser gibt. Leider ist es so schlecht, dass trotz unserer zwei Wasserfilter der Ostfriesentee nicht so recht schmeckt. Dafür nehme wir dann einfach mal gekauftes Wasser.
Aber für die Wäsche ist das Wasser immer gut genug.

Sigrid zeigt mir immer wieder, wie schmutzig das Waschwasser wird. Das liegt an der staubigen Luft.
Am Kai leisten uns unsere Segelfreunde von der SY Amazone aus Bremen Gesellschaft, die auch auf der Werft in Chalkoutsi liegen. Mit ihnen tauschen wir die neuesten Nachrichten aus und gehen einmal gut essen.

Das ist nicht die Yacht von Jeff Bezos. Die ist größer.

Essen am Strand ist in Griechenland ja üblich. Aber vor dieser schönen Kulisse…

Hummer kann man zwar bestellen, aber so weit lehnen wir uns nicht aus dem Fenster.

So leer ist es nur morgens früh.

Später wissen wir, warum so viele Schmuckläden in der Einkaufsstrasse sind: Es legen Kreuzfahrtschiffe an.
Einkaufsmeile
Myrina hat eine Art Fußgängerzone, ein netter Laubengang, schattig, beschaulich. Es gibt erstaunlich viele Schmuckläden. In einem ist Sigrid an Ohrringen interessiert und fragt nach dem Preis: €980,- für zwei winzige Klunker. Schnell sind wir wieder raus aus dem Laden.
Landexkursion
Eigentlich war es unsere Idee, mit einem Bus in irgendein Dorf zu fahren, alles zu erkunden und dann zurück zum Schiff. Mehrfach fragen wir nach, bekommen aber immer die gleiche Antwort:
Ein Bus fährt in die zweitgrößte Stadt der Insel und nur dahin, aber auch nur an einem Tag hin, am nächsten zurück! Ein Auto könnten wir mieten für €70,- am Tag.
In einer Travel Agency entdeckt Sigrid eine Busrundfahrt für Touristen über die Insel. Das könnte doch was für uns sein? Wir studieren den „Beipackzettel“ der Travel Agency und entscheiden uns für die Tour „Secrets of Lemnos“

Mit diesem Bus fahren wir die abenteuerlichsten Wege über die Insel.

Zwei Deutsche sind dabei.
Ziegen und Heilige
Der erste Anlaufpunkt ist eine Kirche ohne Dach. Sie wurde von Mönchen errichtet, die aus Frust über die ständigen Überfälle durch die Piraten von der im Süden gelegenen Insel Efstratios flüchteten und nach Lemnos übersiedelten. Sie nutzen den gewaltigen Felsvorsprung und bauten eine Kirche ohne Dach.

Wir stöhnen ganz schön bei 32 Grad im Schatten, denn es geht viele Meter hoch.

Von dieser Höhe aus können wir die anderen Buchten der Insel überblicken.

Neben uns ragen enorme Felsen empor, jeder mit einem persönlichem Gesicht.

Mitten im steilen Berg entdecken wir mehrere Ziegen.

Die Kirche ohne Dach.

Im innersten Raum war die Ikone platziert. Hier sieht man eine Replik. Zweimal im Jahr pilgern Gläubige zu dieser Kirche.
Meisterwerke der Natur
An der Nordküste der Insel Lemnos tauchen von der Natur gemachte Skulpturen nach 27 bis 33 Millionen Jahren aus der Erde auf. Unsere Schweizer Reisebegleitung berichtet uns, dass aus dem Vulkan austretendes Lavagestein bei der Entstehung der Insel auf den Meeresboden „tropfte“ und dann vom Sand des Meeres umhüllt wurde. Über viele Jahrtausende wurden dieses Vulkangestein/Sandstein Gemisch zu einem Sedimentgestein verpresst.
Jetzt nach weiteren Jahrtausenden lag das Material an der Oberfläche oder auch im Meer und wurde vom Meltemi und vom Meer bearbeitet. Der Wind trägt die weicheren Schichten nach und nach ab und davon. Übrig bleiben die durch chemische und mechanische Verwitterung hervor gebrachten Skulpturen der interessantesten Formen.
Nicht ganz unwichtig ist zu erwähnen, dass wir hier an der Nordseite von Lemnos dem türkischen Festland sehr nahe kommen. Wir müssen daher gut aufpassen, dass unsere Handys nicht plötzlich ein türkisches Netz fischen, was uns teuer zu stehen käme. Außerdem gibt es viel Militärpräsenz.


Auf diesem Foto sieht man die türkische Insel Gokceda.
Die Wüste lebt
Ganz im Nordwesten der Insel gibt es eine Art Wüstenlandschaft. Tatsächlich aber sind es Dünen, also verwehter Sand. Außergewöhnlich ist, dass diese Dünen nicht aus dem Sand des Meeres gespeist werden sondern aus dem Inland.

Aus der Ferne sieht man bereits die Wüstenlandschaft.

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Tatsächlich interessiert uns ein Spaziergang durch diese Ebene nicht ……

…. sondern eher der Aufenthalt in diesem schönen Restaurant. Es gibt Kaninchen mit CousCous.


















