Ungemütliche Reise
Wir verlassen Chalkidiki mit Ziel Limnos (51 Seemeilen) am 28.7.24 mit einem eigentlich guten Wetterbericht. Halber Wind Stärke Bf 3-4, später etwas mehr achterlich Bf 5. Doch wie immer kommt es anders. Obwohl wir zum Berg Athos etwa 7 Seemeilen Abstand halten, nimmt dieser uns den versprochenen Wind aus den Segeln oder lenkt ihn, wenn er denn weht, so um, dass wir ihn von vorne kriegen. Zweimal werfen wir für kurze Zeit die Maschine an, um aus einem Windloch heraus zu kommen.

Noch sind wir optimistisch, dass wir einen großen Fisch fangen werden.

Die Geschwindigkeit über Grund ist nicht gerade beachtlich. Es läuft aber ein kräftiger Gegenstrom.
Am späten Vormittag erst befreien wir uns von dem unangenehmen Einfluss des Berges und Morgana legt los, wie sie soll. Leider kommt jetzt aber ordentlich Seegang hinzu, der aus zwei Richtungen läuft. Mehrfach geht Wasser über Deck und Luken, die wir aber gut verschlossen haben.
Sigrid füttert die Fische und ist doll seekrank und mir ist auch nicht ganz wohl.

Ab einer bestimmten Chaos Welle scheinen die SeaBands nicht mehr so gut zu helfen.

Endlich kommt die Insel in Sicht. Wie eine Ostfriesische Insel sieht das nicht aus, oder?
Nach 10 Stunden bergen wir die Segel, eine lange Zeit, aber wir sind jetzt an einem gänzlich anderen Ort.
Im Hafen liegen etwa 15 Schiffe vor Bug und Heck, in der großen Bucht liegen einige Schiffe am Anker.
Die Stadt sieht etwas orientalisch aus, am Strand stehen Palmen. Über allem thront eine riesige Festung auf einem Fels.

Nun ist es fast geschafft.

Diese Bucht wird unser zu Hause für die nächsten Tage werden.

Auch hier gehen abends die Fischer raus und kommen in den frühen Morgenstunden zurück.

Bei einem Spaziergang zum Sonnenuntertgang präsentiert sich der Berg Athos, der uns kaum loslassen wollte, von seiner fotogenen Seite. Dafür, dass er fast 100 km weg ist, ist er immer noch sehr präsent.
