Die Ostseite von Sithonia
Um in das Seegebiet zwischen dem zweiten und dritten Finger der Chalkidiki zu kommen, müssen wir ein mächtiges Kap runden. Da hat man immer die Wahl zwischen dem kürzesten Weg, auf dem man von den reflektierenden Wellen wie wild durchgeschüttelt wird und dem sicheren weiteren Weg mit 5-6 Kilometer Abstand. Ratet doch mal, welchen Weg wir genommen haben?

So gemütlich wie hier war es nicht immer. Als es ungemütlicher wurde, habe ich vergessen zu fotografieren.
Die nächste Ankerbucht heißt Sykia. Eine relativ große Bucht, die aber tief einschneidet mit feinstem Sandstrand. Eigentlich können wir es kaum glauben, dass der auflandige Wind mit der fast einen Meter hohen Welle nicht bis zum Ankerplatz durchpustet. Aber tatsächlich liegen wir relativ ruhig am Anker und haben auch eine ruhige Nacht.

Am frühen Morgen marschieren wir ohne Frühstück ins Landesinnere hinein. Ein einsamer Weg führt an einem jetzt trockenen Fluss entlang. Hier verirrt sich sonst kein Fremder.
Nach zwei Kilometern kommen wir tatsächlich genau an einem Fischladen an, der eine gute Auswahl hat. Sechs kleine Drachenköpfe mit Eis landen schließlich in der Einkaufstasche.
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Einen weiteren Kilometer entfernt, stoßen wir auf einen Supermarkt, den wir – schon leicht verhungert – halb leer kaufen ohne Rücksicht auf das zu schleppende Gewicht.

Diese Fische werden abends unsere Gäste.

Gut dass auf dem Weg nach Hause eine Bäckerei mit Außenterrasse liegt. Hier holen wir spontan das Frühstück nach.

Vor der Einfahrt liegen rechts und links ziemlich dicke Felsen. Die Einfahrt ist Dank GPS aber nicht schwer.

Inselwelt Diaporos
Relativ hoch im Norden liegt die Insel Diaporos inmitten unzähliger weiterer kleiner Inseln und Felsen. Wir fühlen uns stark an Schweden erinnert. Genaues navigieren ist hier angesagt. Schließlich landen wir in einer Art Binnenmeer. Ringsherum liegt Land – Sehr ungewohnt – .
Es sieht so aus, als ob hier quasi jeder, der möchte, ein Boot chartern und damit gefahrlos herumfahren kann. So schwirren dann auch den ganzen Nachmittag viele kleine Motorboote um uns herum.
Unser Wasser geht zur Neige. Wir sind jetzt einen knappen Monat unterwegs, ein Tank ist bereits leer, im Zweiten dürfte nicht mehr viel drin sein. 4 Seemeilen weiter nördlich ist ein Anlegesteg eines Vereins, an dem es Wasser geben soll. Wir motoren eine Stunde dort hin und legen (das erste Mal in dieser Saison) vor Bug und Heck an. Ein ganz schönes Gehampel: Alle Fender rauskramen und anbringen, Leinen aus der Backskiste bereitlegen, Anker bereit machen, Beiboot zu Wasser lassen (Es hängt am Heck sonst im Weg) und das Beiboot auf der Leeseite längsseits anbinden. Wir empfinden das als ganz schön viel Arbeit, denn sonst lassen wir einfach den Anker fallen und Schluss.
Das Anlegen klappt super, alles perfekt. Nur…..das Wasser gibt es nur mit einer speziellen Karte, die wir in Nikita (weit weg) kaufen sollen. Ein Grieche überlässt uns für 3 Minuten seinen Schlauch und fordert ihn dann aber zurück. Also legen wir wieder ab. Was für eine blöde Aktion.

Diese kleine Insel hätte unserer Tochter sehr gefallen.
Mönchsrepublik
Der dritte Finger der Chalkidiki mit dem Berg Athos gehört zur „Autonomen Mönchsrepublik Athos“ und ist für Männer nur mit einer speziellen Genehmigung zu betreten und für Frauen gar nicht. Ob diverse Menschen Zutritt haben, wissen wir nicht.
Zitiat aus dem Segelführer Rod Heikel: „Diese zerklüftete Halbinsel hatte die vergangenen 1000 Jahre ungestört vom Rest der Welt mit sich allein verbracht. Abgeschieden von der modernen Welt lebt die Gemeinschaft orthodoxer Mönche ohne Straßen und fast ohne Strom. ….Neben den 20 Großklöstern gibt es Einsiedler, die ganz für sich allein an schier unzugänglichen Stellen leben“

Der Berg Athos ist von weit her immer gut zu sehen.
Uns ist die Annäherung an die Küste mit weniger als einer Seemeile untersagt. Eigentlich war der Plan, die Küste einmal abzusegeln und Fotos zu machen. Doch heute ist der Wind überhaupt nicht danach und außerdem haben wir bereits diverse YouTube Filme und Internetartikel gesehen.
Wir segeln also zum südlichsten Punkt des mittleren Fingers, was die Ausgangsbasis für unsere Überfahrt nach Lemnos sein soll.

2000 Meter ragt der Berg in den Himmel.
