Unsere Ankerplätze waren Chalkis – Neo Artaki – Politika – Edipsou – Kavos – Vathikilou – Orei – Skiathos

Im Sommer nach Norden

Kurz nach Mitternacht fahren auch wir durch die Brücke, legen aber nicht an, sondern fahren weiter zum Ankerplatz von Neo Artaki die paar Meilen weiter. Nachts um 1/2 2 fällt der Anker.
Dort weht dann allerdings ein kräftiger Nachtwind und es schaukelt derart, dass ich mir die SeaBands umschnalle.

Was beim Gang durch den Ort am nächsten Spätnachmittag allerdings auffällt: es ist Anfang Juli und es ist quasi leer. Ein oder zwei Restaurants haben die Tische und Stühle rausgestellt, aber vom Gewusel von vor zwei Jahren, als wir auch hier waren, ist nichts mehr zu spüren.

Sowohl auf der Hinfahrt mit dem Dingy zum Ort als auch auf der Rückfahrt sammeln wir den Müll der Ägyptischen Fischer aus dem Wasser. Ganze Fischkartons aus Styropor, Flaschen, Plastiktüten. Als wir auf der Rückfahrt aber durch einen schillernden Öl- oder Dieselteppich fahren müssen, vergeht uns die Lust am Baden und am Aufenthalt an diesem Ort. Wir gehen mit unter gehender Sonne Anker auf und legen uns in eine 7 Seemeilen entfernte Bucht mit klarem Wasser.

Nur das Enten Restaurant ist wie immer gut besucht.

Dies sind die kleinen griechischen Fischer. Ich denke, sie fischen eher privat.

Diese großen Fischerboote gehören zwar auch Griechen, die Seeleute sind aber Ägypter. Sie fischen professionell.

Wir ankern wie immer einfach vor dem Ort auf 8 Meter.

Lutraki Edipsou

Der Bade- und Kurort Loutra Edipsou ist ein Highlight auf unserer Reise, denn hier gibt es allein drei Fischläden und auch sonst beste Einkaufsmöglichkeiten.
Wer zu moderaten Preisen einkaufen will, muss sich etwas gedulden.
Die reicheren Griechen, meist im sehr gehobenem Alter, pflegen sich hier in den luxuriösen Hotels aber vor allem in den warmen Quellen, deren heilende Wirkung (für was eigentlich) seit vielen Jahren bekannt ist.

Abends kommt ein Freund, dessen Schiff aber in Limni noch an Land steht, zu uns an Bord. Er hatte mir vor zwei Jahren einmal sehr geholfen und nun können wir uns revanchieren. Sigrid schmort ein leckeres Fischessen mit Basmati-Wildreis als Beilage.

Dazu ein Sonnenuntergang mit perfekter Luftperspektive.

Sigrid möchte dieses nette Häuschen gerne käuflich erwerben. Aber die Besitzer wollen einfach keinen Spotpreis bieten. Dann eben nicht.

Schüsse in der Nacht

Aber die Nächte sind auch in Edipsou sehr laut, wegen der bekloppten Motorräder. Anscheinend muss man als Grieche zwischen 2 Uhr nachts und vier Uhr mit dem Motorrad besonders lautstarke Kunststücke vollführen. Manche Fahrer haben ihre Maschinen extra so eingestellt, dass sie beim Gas wegnehmen 5-6 Fehlzündungen raus knattern, laut wie Gewehrschüsse. Ich hatte mich mit zwei Kissen über dem Kopf gerade auf den Motorenlärm eingestellt, da schreckte ich von so einer Salve wieder hoch.

Auf den Samstag Abend in Edipsou verzichten wir also und laufen eine wirklich ruhige Bucht am Nordost Ende von Evia an.

Kein Chaos in Kavos

Doch diesen malerischen Ort wollen wir definitiv verlassen. 36 Grad sind so ziemlich das Äußerste, was wir aushalten und es soll heißer werden. Der Plan ist also, die Nördlichen Sporaden anzulaufen, wo es moderatere Temperaturen hat.

Auch hier geht die Sonne wunderschön unter….

…. und morgens taucht die Küste malerisch auf.

Evia Nordwest

Gegen 11 Uhr kommt der versprochene Wind und wir können den langen Weg nach Skiathos aufkreuzen. Die Morgana zeigt sich mit den immer noch guten Segeln unter diesen Bedingungen von ihrer besten Seite. Mit über 6 Knoten geht es gegen den Wind von 4-5 Beaufort an.

Die Nordwest Seite von Evia scheint ein beliebter Stellplatz für Camper zu sein.

Leider können wir im Alter die Tage nicht mehr einfach so durchsegeln. Pünktlich um 13:30 regt sich bei uns der Magen und nach einer Mahlzeit auch eine bleierne Schwere in den Beinen. Wir beschließen also für heute Schluss zu machen und suchen in der Bucht Vathikilou einen Platz für den Rest des Tages.

Die Bucht von Vathikolou ist innen sehr tief und nur am Rand können wir ankern.

Gut, dass wir einen Zwischenstop gemacht haben. Diese Bucht hatten wir fast für uns allein.

Die Fisch Verkäuferin ist ganz stolz auf Ihre Fische.

Das Freilichtmuseum besteht aus einem einzigen Exponat, das eigentliche Museum ist geschlossen. Der Stier aus Marmor ist 2500 Jahre alt.

Orei

Im netten kleine Ort Orei gibt es mehrere Supermärkte und einen Fisch laden. Hier müssen wir natürlich einen Zwischenstop einlegen um reichlich einzukaufen.

Das Rezept auf dem Einpackpapier des Fischladens – hier mit Google Translator übersetzt – möchte Sigrid mal nachkochen.

Jetzt aber nach Skiathos!

Gleich am nächsten Tag kreuzen wir weiter gen Nordosten auf und landen nach 5 Stunden auf Skiathos. Diese Insel wurde uns immer als zu touristisch beschrieben und dass man sie meiden solle. Wir testen das mal aus in der Bucht von Koukounari.

Dann sind wir aber doch ganz schön baff, was hier so los ist. Im Revier hinter Evia waren wir quasi allein unterwegs. Wir sahen etwa ein, zweimal am Tag ein anderes Segelschiff am Horizont.

Hier ist es jetzt aber wie auf dem Rummel. Im Minutentakt flitzen die verschiedenen Rennboote um uns herum und ziehen Jugendliche auf den abenteuerlichsten Plattformen durch das Wasser, bis sie – wahrscheinlich – vor Schmerzen in Armen und Beinen und im Kopf schreien.