
Die Bucht von Nidri
Von Atokos laufen wir weiter nach Norden und schließlich in die Bucht bei Nidri auf Lefkas ein. Hier versprechen wir uns Hilfe für unseren Kühlschrank, der schon wieder nicht richtig kühlt.
Wir hatten auf der Werft ja extra das Kühlmittel auffüllen lassen und uns gefreut, dass alles wieder ging. Nun aber scheint erneut ein Problem zu bestehen. Zu Hause ist ein Kühlschrank selbstverständlich, aber hier auf dem Schiff bei über 30 Grad eines der wichtigsten Geräte. Wenn er läuft, sind wir unabhängig für mindestens vier Tage, an denen wir (das ist meistens Sigrid) die köstlichsten Gerichte zaubern können. Ohne Kühlschrank ginge das nur mit „Dosenfutter“. (Wie schmecken eigentlich Ravioli?)
In der Nidri Bucht treffen wir auf die SY Amazone mit Conny und Olaf aus Bremen. Mit ihnen verbringen wir ein paar Tage. Sie haben Freunde auf einem Katamaran, die viel von Kühlgeräten verstehen und uns erneut helfen mit unserem Kühlschrank.

In der Pantry kommt Sigrid auf engstem Raum gut zurecht.

Die Frikadellen von Sigi sind immer wieder eine Wucht.
In der Nidri Bucht liegen auch Schiffe, deren Eigner für Wochen nicht da sind. Manch Schiffe werden hier auch nur abgestellt und keiner kümmert sich mehr darum.

Tatsächlich bleiben wir in der Nidri Bucht mehrere Tage. Man liegt hier völlig sicher und der Anker hält gut.

Billig zu haben?

Die Stadt Nidri kommt mir vor wie eine Westernstadt. Viel Fassade, nix dahinter.

Sigrid ist stolz auf ihre neue Errungenschaft. Eine Badenudel. Ich hab´s ja nicht so mit Nudeln.

So etwas haben wir noch nie gesehen. Ein Restaurant mit eigenem Dingy Hafen. Wie praktisch.

Doch irgendwann geht es weiter gen Norden. Hier ein Zwischenhalt in einer schönen Bucht.
Lefkas Stadt
In Lefkas Stadt haben wir vor 37 Jahren mit unserem Schiff Gallina mehrere Jahre gelegen. Lefkas war damals ein beschaulicher typisch griechischer Ort. Man lag vor der Stadt am Kai vor Bug und Heck und ging abends „bei der Oma“ vorbei, schaute in ihre Küche, was sie gekocht hat und lies sich das Gericht bringen. Heute ist es eine Art Boom Town. Jeder Flecken, an dem man eine Yacht anbinden kann, wird für einen Platz genutzt und vermietet. Die großen Chartergesellschaften haben hier ihre Stationen. Hier machen wir keinen Stop mehr.

Die alte Stadt verschwindet heute hinter den vielen Schiffen förmlich.
Wie in Holland
Das nächste Highlight ist die Brücke von Lefkas, die aber keine Brücke ist, sondern ein schwenkbarer Ponton. Hätte Lefkas eine Brücke, wäre es keine Insel mehr und verlöre so manche Privilegien vom Staat.
Ein schmaler Kanal führt auf die Brücke zu. In ihm und an dessen Ufer warten zahlreiche Yachten auf die 14 Uhr Öffnung und wir mitten drin. Mit einem Auto kann man ja stehen bleiben bei Stau. Bei einem Schiff geht das leider nicht. Wir brauchen eine Minimalfahrt, um überhaupt steuern zu können. Was aber, wenn vor uns alles stockt und der Wind kräftig von der Seite bläst? Es ist ein bisschen wie ein Seiltanz. Aber dann öffnet die Brücke endlich. Von hinten kommt an der wartenden Kolonne vorbei ein Passagierschiff, das als Erstes durchfahren soll, wie uns per Funk mitgeteilt wird.
Also weiter Seiltanz. Dann aber geht es los – und zwar für den Verkehr beider Seiten. Wir kommen uns vor wie in Holland.

So mancher Segler ist noch nicht wirklich entschleunigt.

Vor der Brücke ein wunderbares Chaos.

Doch schließlich sind wir durch und kommen wieder ins tiefe Wasser.
Preveza und Antipaxos
Jetzt, wo ich das schreibe, ist das keine 24 Stunden her. Wir sind seit 8 Stunden auf dem Wasser und segeln Richtung Norden. Weit und breit sind nur wenige Schiffe am Horizont zu sehen. Wir schleichen mit 2 Knoten dahin (4km/h). Schneller spazieren wir auch nicht durch den Bürgerpark.
Inzwischen haben wir aber noch eine Nacht in Preveza geankert. Die Stadt hat uns beim letzten Besuch schon gefallen, weil sie so ursprünglich griechisch ist. Nur wenige Touristen verirren sich hier und natürlich Segler.
Doch am nächsten Tag ist der Wind günstig, er weht so, dass wir gut segeln können und wir möchten möglichst wenig unsere Maschine gebrauchen. Wir ankern vor der Insel Antipaxos in sicherer Entfernung zum Ufer. Warum?
Vor einigen Jahren haben wir uns auf Paxos mal eine Ratte eingefangen, die über unsere Ankerkette an Bord gekommen sein muss. Die Ratte kann nur da an Bord geklettert sein, denn wir hatten seit Wochen keinen Hafen angelaufen und von Paxos berichteten das mehrere Segler. Zur Beruhigung: nach drei Tagen hatten wir die Ratte „ausgesperrt“, weil wir gutes Futter in der Plicht verteilt hatten und abgewartet haben, bis sie sich draußen befindet. Von da haben wir sie verjagt. Ratten können gut schwimmen.

Auf dem Wasser sind wir fast immer allein.

Preveza im Morgenlicht.

Diese kleine Bucht auf Antipaxos teilen wir uns nachts nur mit zwei Schiffen.



