
Rio-Andirrio Brücke
Die Rio-Andirrio Brücke überspannt den Golf von Korinth an der schmalsten Stelle. Ein architektonisches Meisterwerk, das im Sonnenlicht glitzert und so aussieht, als wäre es eine Kleinigkeit eine über 2 Kilometer lange mehrspurige Fahrbahn mit vier einfachen Pfeilern an Drahtseilen zu halten.
Das große bauliche Problem, was es bei der Planung der Brücke zu meistern gab, war, dass die vier Pfeiler der Brücke in 65 Metern Tiefe nicht fest mit dem Boden verankert werden durften, da es sich um ein Erdbebengebiet handelt. Stattdessen wurden 30 Meter lange Stahlrohre mit einem Durchmesser von 2 Metern in den Boden gerammt und anschließend mit einer Schicht aus körnigem Gestein bedeckt. Diese Schicht soll den eigentlichen Pfeilern im Falle eines Erdbebens als Gleitlager dienen.
Am nächsten Morgen segeln wir unter der Brücke hindurch. Vier Meilen vorher müssen wir uns auf VHF anmelden, um bei „Rio Control“ unsere Länge und vor allem die Höhe des Mastes zu melden. Dann teilt man uns eine Passage zwischen dem dritten und vierten Pfeiler zu. Je weiter wir darauf zu segeln, desto mehr nimmt der Wind zu und auch die Strömung. Die vorher gesagten 3-4 Beaufort werden plötzlich 5, dann 6 und direkt hinter der Brücke stramme 7. Gerefft wird nicht, denn wir fahren vor dem Wind mit 8 Knoten über Grund und ich rechne damit, dass der Spuk bald vorbei sein wird und so war es auch. Vier Meilen hinter der Brücke ist der Wind weg und die Strömung auch.

Hier sieht man, wie die Fahrbahnan dem Pylon hängt und im Bedarfsfall mitschwingen kann.

Es dauert nicht lange und schon sind wir unter der Brücke hindurch gesegelt.
Messolonghi
Der nächste Ankerplatz wird wieder spannend. Messolonghi ist eine Art Lagunen Stadt. In früheren Jahrhunderten lebten die Einwohner auf Pfahlbauten in der Lagune. Noch heute wird hier Salz gewonnen. Holz Plattenwege führen jeweils zu den Hütten, die heute aber zum Teil schick renoviert sind und, wie ich denke, bei AirBnB zu mieten sind. Ein schmaler Kanal führt uns zu unserem Ankerplatz gegenüber des Ortes.

Ein sehr schmaler Kanal führt in die Lagune.

Teilweise kommen wir uns vor wie im Wattenmeer.

Ob hier noch die alten Fischer wohnen?

Oder ist das in AirBnB Hand?
Schwein gehabt
Schon vor Jahren waren wir auf der quasi unbewohnten Insel Atokos in der „One House Bay“. Eine sehr kleine leider tiefe Bucht, umsäumt von riesigen Felswänden.
Als wir um kurz nach 18h eintreffen, sehen wir, dass die Bucht schon dicht mit Schiffen belegt ist. Ein weiteres, alternatives Ziel kommt für uns nicht in Frage, denn dann würden wir in der Nacht irgendwo ankommen.
Den ganzen Tag haben wir um Wind gebettelt und sind über Stunden mit Fußgängergeschwindigkeit und 2 Windstärken vorangekommen. Doch wie sollte es anders sein: vor der Bucht und in Lee der Insel Atokos bläst es auf bis zu 20 Knoten. Zweimal müssen wir Anker auf gehen, mal ist es zu tief, mal hält der Anker nicht richtig. Zum Schluss nehmen wir das Kiel einfach hoch und mogeln uns dicht unter Land.

Die Nacht schlafen wir schlecht, weil wir nur 50m von den Klippen entfernt liegen und in der Kajüte die Brandung rauscht.

Am Morgen ist der Strand bereits von einem Wildschwein belegt. Es sonnt sich da.
Am Vormittag füllt sich die Bucht immer mehr mit Katamaranen, die unzählige Touristen bringen. Sie rudern mit ihren Dingys an Land und haben Brot für die Schweine dabei. Aus dem Dickicht strömen jetzt unzählige weitere Schweine herbei, gefolgt von mindestens 10 Schweinebabies. Ziemlich hartnäckig verfolgen sie die Brote, die die erschrockenen Bikini Mädchen schnell wegwerfen, bevor sie an ihnen hochspringen.
Andere fliehen mit dem Brot ins Wasser, aber das ist auch keine gute Idee, denn die Schweine schwimmen hinterher. Selbst die Ferkel machen es ihren Eltern nach.
Ein herannahendes Dingy scheint besonders wohl riechendes Brot dabei zu haben. Kaum kommt das Dingy an Land springen mehrere Schweine in das Beiboot hinein, um sich das Brot zu holen. Genauso schnell sieht man die fünf Passagiere, wie sie über Bord springen, um sich vor den Schweinen in Sicherheit zu bringen.

Am frühen Morgen rauscht ein Katamaran nach dem anderen an. Jeder voll mit Touristen, die von den Schweinen gehört haben müssen.

Das war die Preisfrage: Können Schweine schwimmen? Ja natürlich!
